Schulprogramm der Grundschule Hemsen

O. Präambel

Lehrerkollegium, Pädagogische Mitarbeiterinnen, Schülerrat und interessierte Eltern machten sich in den Jahren 2017 und 2018 auf den Weg der Klärung, was wichtig und bedeutsam ist am schulischen Handeln der Grundschule Hemsen. Die unterschiedlichen Ansprüche und Sichtweisen wurden dargestellt, erörtert und gebündelt – daraus entstand das vorliegende Schulprogramm, das folgende Bausteine beinhaltet:

 

1. Motto/Leitspruch

2. Grundlegendes (Schulsituation, Bildungs- und Erziehungskonzept)

3. Leitbild/Leitsätze (Schwerpunkte schulischen Handelns)

 

Dieser programmatische Rahmen unterliegt jedoch einer gewissen Dynamik. Es besteht Konsens, dass die aus den Leitsätzen hervorgehenden Inhalte zwar konstant Berücksichtigung finden sollen, dass aber epochenartig unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt werden. Die Umsetzung (Erfolg/Misserfolg) wird zum Ende der jeweiligen Epoche schulintern evaluiert. Der erste schulische Handlungsschwerpunkt wird im Bereich „Verantwortung“ liegen, da die Grundschule Hemsen sich als „Umweltschule Europas“ beworben hat.

Die oben genannte Dynamik berücksichtigt zudem Veränderungen im gesamtgesellschaftlichen Zusammenspiel sowie auf administrativer Ebene. Derartige Wandlungen können nicht missachtet bleiben und gestatten kein starres und unbewegliches „Regelwerk“.

„Das Ganze ist mehr als die Summe der einzelnen Teile“ – so lautet eine grundsätzliche Aussage aus der Gestaltpsychologie, die bei aller programmatischen Arbeit nicht vergessen werden darf.

 

 

1. Motto/Leitspruch

                                                                                                                                                                                                                                                                              lernen

                                                                 morgen

                                                       für

                                      schon

                         Heute

 

 

2.1 Allgemeine Schulsituationen

Die Grundschule Hemsen ist eine einzügige Grundschule. Sie hat den Status „Verlässliche Grundschule“, was feste Anfangs- und Endzeiten für den für alle verbindlichen Teil des Vormittagsunterrichts beinhaltet. Das erscheint wichtig im Hinblick auf die zunehmende Anzahl von Eltern, die entweder beide berufstätig oder vermehrt alleinerziehend sind.

 

Mit Beginn des Schuljahres 2010/11 ist die Grundschule Hemsen, wie alle Meppener Grundschulen, eine „Offene Ganztagsschule“. Das beinhaltet neben dem o.g. verbindlichen Unterrichtsvormittag ein freiwilliges Nachmittagsangebot. Es besteht aus folgenden Modulen, die an drei Wochentagen (Montag, Mittwoch, Donnerstag) angeboten werden:

 

  • Mittagessen
  • Hausaufgabenbetreuung
  • Arbeitsgemeinschaften

 

Dieses zusätzliche freiwillige Nachmittagsangebot ist beliebig kombinierbar, die jeweilige Anmeldung jedoch für ein Schulhalbjahr verpflichtend.

Der „Förderverein Grundschule Hemsen e.V.“ ergänzt die schulische Arbeit durch finanzielle Unterstützungen sowie diverse Aktionen im Verlauf des Schuljahres.

 

Die Grundschule Hemsen befindet sich in ländlicher Umgebung. Träger der Schule ist die Stadt Meppen. Der schulische Einzugsbereich umfasst die ehemaligen Gemeinden Hemsen, Borken, Holthausen und Hüntel (sogenannte „Nordgemeinden“ zwischen denen enge Beziehungen bestehen).

 

Das gesamte Schulgelände in Hemsen ist recht groß, was sich sowohl im Gebäude selbst als auch am großzügig gehaltenen Außengelände mit zahlreichen Spiel- und Sportgeräten sowie dem Bolzplatz zeigt.

 

Aktuell besuchen 68 Schülerinnen und Schüler, die in vier Klassenverbänden unterrichtet werden, die Hemsener Schule. Das engere Kollegium besteht neben dem Schulleiter aus vier Lehrerinnen, zwei pädagogischen Mitarbeiterinnen sowie einer Förderschullehrerin, die im Rahmen der sonderpädagogischen Grundversorgung aktiv ist. Komplettiert wird das durch das nichtlehrende Personal sowie durch alle Aktiven am Nachmittag.

 

 

2.2. Bildungs- und Erziehungskonzept

Kernanliegen unserer schulischen Bildung und Erziehung ist die Hinführung zu einer kritisch-mündigen Staatsbürgerschaft. Wichtig sind uns ein eigenes Urteilsvermögen sowie die konstruktiv-aktive Teilhabe/Gestaltung in sozialen Kontexten.

Das persönliche Glück, aber auch das Glück der anderen Menschen sollte für jeden und jede wichtig sein und als Beitrag zur sozialen Verantwortung gewertet werden.

 

Das Handeln in der Grundschule Hemsen steht auf dem Boden des Niedersächsischen Schulgesetzes (NSchG), insbesondere ist es geleitet bzw. bestimmt durch den Erziehungs- und Bildungsauftrag (§ 2).

Christliche, humanistische, liberale, demokratische sowie soziale Verstellung und Zielsetzungen verfolgend, betrachtet die Grundschule Hemsen sowohl das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland als auch – bedingt durch ihre Veränderung im niedersächsischen Emsland – die Niedersächsische Verfassung als wesentlich hinsichtlich der Bezugsorientierung. Hieraus kann sich nur die Vermittlung hierauf aufbauender Wertvorstellungen und Bildungsperspektiven als zentrale Aufgabe für das inner- und interpersonelle Handeln ableiten.

 

Von herausgehobener Qualität wird in Hemsen die Allgemeinbildung zwecks Teilnahme am öffentlichen Leben, betrachtet. Das beinhaltet natürlich die Berücksichtigung individueller Gegebenheiten, Kenntnisse und Fähigkeiten. Förderlich wirkt sich eine veränderte Sichtweise des/der Heranwachsenden aus: Vom Objektverständnis zum Subjektverständnis, d. h. Selbsttätigkeit und selbstständiges Handeln werden angestrebt. So kann u. E. individuelle Teilhabe gelingen. Im interpersonellen Bereich (Schülerinnen, Lehrpersonal) gilt hier an der Grundschule Hemsen das Primat der Menschlichkeit vor der Effektivität.

 

 

3. Leitbild/Leitsätze

Das gemeinsame schulische Handeln hier an der Grundschule Hemsen wird geleitet durch die folgenden grundlegenden Ausführungen, die gemeinschaftlich und prozessartig entstanden sind. Unser Bemühen ist, diese in ihrer Zusammenschau stets zu respektieren. Dabei besteht Konsens im Bestreben epochale Schwerpunkte zu setzen. Im Kontext mit der schulischen Bewerbung als europäische Umweltschule soll bis ca. 2020 der Bereich „Verantwortung“ besonderes Gewicht erhalten. Die Erziehung zu umweltbewusstem Verhalten spielt an dieser Schule seit vielen Jahren eine große Rolle. Kinder sollen/müssen lernen, ihre Umwelt als ein wichtiges (gottgegebenes) und gleichzeitig zu gestaltendes und erhaltendes Gut zu betrachten, für das jede Schülerin/jeder Schüler (Mit-)Verantwortung trägt. Die Verleihung des Klimaschutzpreises der Stadt Meppen im Jahr 2017 war diesbezüglich Belohnung und weiterer Ansporn zugleich.

 

 

3.1 „Wir übernehmen Verantwortung füreinander und uns selbst und gehen

      achtsam mit Umwelt, Natur und Gesundheit um“

 

Ziele und Maßnahmen:

a.) Ich bringe mich als Persönlichkeit aktiv in das gesamte Schulleben der (Schul-)

     Gemeinschaft ein

     - Beachtung von Klassenregeln/Schulordnung

     - Rechte und Pflichten (Schüler, Eltern, Lehrer)

     - Ehrlichkeit und Ehrgeiz

     - Einsatz/Beiträge zur Erhaltung und Verbesserung

 

b.) Ich übernehme Verantwortung für die Schüler/innen und das Material

     - Rücksichtnahme

     - Hilfestellung

     - Empathie

     - Verhalten im Schulalltag (auf dem Schulhof → Müll / gegenüber

       Mitschüler/innen)

     - wertschätzender Umgang mit Ausstattung und Inventar

     - Gutes gemeinsam erhalten

 

c.) Ich leiste sowohl als Individuum als auch zusammen mit anderen Personen, die

     hier zur Schule gehen, einen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz

     - Kenntnisse über die natürlichen Lebenszusammenhänge im Sachunterricht

        vermitteln

     - Teilnahme an der Arbeitsgemeinschaft „Natur/Umwelt“ im Ganztagsbereich

     - Wertschätzung und Erhaltung des Schulgartens durch die Betreuungsgruppen

     - Projekttag(e) – Wald/Natur/Umwelt

     - Projekt „Europäische Umweltschule“

     - Klasse 1-4 Besuch beim Imker, Förster etc.

     - Klimafreundliche Bepflanzung und Pflege des Schulgartens und der Hochbeete

 

 

 

3.2 „Jeder wird bei uns in seiner Individualität angenommen, gefördert und in 

     seiner Persönlichkeitsentwicklung gestärkt“

 

Ziele und Maßnahmen:

a.) Ich bin in der Lage, meine Fähigkeiten und Möglichkeiten zu entfalten und weiter

     zu entwickeln

     - Erfahrung von Erfolgserlebnissen (z.B. Klassenarbeiten/Zeugnisse/

       Wettbewerbe, Urkunden etc.)

     - Ausschöpfen persönlicher Potenziale (Anstrengungsbereitschaft, differenziertes

       Lernen)

     - Förderung durch Aufarbeitung von Schwächen (z.B. Fördermaßnahmen im

       Rahmen der sonderpädagogischen Grundversorgung)

     - Lernen ohne unangemessenen Druck

     - Selbstsicherheit beim Übergang in die Sekundarstufe

 

b.) Ich verstehe mich als aktiven und produktiven Teil einer sozialen

     (Schul-) Gemeinschaft

     - Verantwortung übernehmen (Lernprozesse, Ämter etc.)

     - Wertschätzung und Lob empfangen und geben

     - Rechte und Pflichten kennen und einhalten

     - Respektvolles Miteinander statt Missachtung und Missgunst

 

 

 

3.3 „An unserer Schule legen wir Wert darauf, die Freude am Lernen zu

      entwickeln, zu fördern und zu erhalten“

 

Ziele und Maßnahmen:

a.) Wir möchten Freude am Lernen entwickeln

      - mit anderen Kindern zusammen arbeiten

      - eigenverantwortlich lernen

      - neue digitale Medien nutzen

      - kleine Videosequenzen/Ausstellungen entwickeln und präsentieren

 

b.) Wir möchten alle Schüler/innen fördern

     - entsprechend individueller Stärken und Interesse lernen

     - gute Zusammenarbeit mit anderen weiterentwickeln

       (Rücksichtnahme / gegenseitige Unterstützung)

     - Erfolge gemeinsam zur Stärkung des Selbstbewusstseins nutzen

 

c.) Wir möchten bei allen Schüler/innen die Freude am Lernen erhalten

     - vereinbarte Regeln konsequent einhalten

     - Arbeitsschritte, Arbeitsmaterialien und Arbeitsergebnisse wertschätzen

     - uns gemeinsam über Erfolge freuen

 

 

 

3.4. „Kreativität ist in unserer Schule ein wichtiger Bereich, in dem sich alle

       entfalten können“

 

Ziele und Maßnahmen:

a.) Ich und die Gemeinschaft

     - Kooperation mit außerschulischen Partnern (Natur, Landwirte, Angler etc.)

       → im Schulleben verankern: Wald / Natur / Tiere kennenlernen

      - Menschen in naturnahen Berufen kennenlernen (Biogasbetreiber,

        Windkraftbetreiber etc.)

b.) Ich im Unterricht

     - Wie schlägt sich die Kooperation im Schulalltag nieder?

       (Mülltrennung/Müllsammlung → Ansätze zur Müllvermeidung)

     - kreativer Umweltschutz

     - Kreativität Raum geben

       (Textilunterricht / Kunst → Müllkunst / Werken / Upcycling

        Sachunterricht → „Strom“, Naturmaterial / Musik → Rasseln

 

 

 

3.5 „Wir möchten das Vertrauen der Kinder gewinnen und erhalten“

 

Ziele und Maßnahmen:

a.) Vertrauen ist die Basis jeder Beziehung. Vertrauen hilft unserem seelischen

     Gleichgewicht. Sich „zu verlassen, auf ihr/ihn zu bauen, mit Sicherheit Gutes von

     ihr/ihm zu erwarten“.

     - das Vertrauen der Kinder behalten und erhalten

     - Schutz und Unterstützung durch Erwachsene in der Schule

     - Achtsamer Umgang mit dem geschenkten Vertrauen

  

b.) Die Kinder sollen sich im geschützten Raum öffnen können, wenn Sie Zuhause

     oder in der Schule Probleme haben, die für Ihre persönliche Weiterentwicklung

     hinderlich sind.

      - Sprechkreise

      - Sorgenfresser (Kummerkasten)

 

b.) Die Kinder sollen sich in der Schule wohlfühlen, im Vertrauen auf den Schutz und

     die Unterstützung der Erwachsenen in der Schule.

     - direkte Zusammenarbeit mit Eltern und Behörden

 

 

3.6 „Wir legen großen Wert auf einen respektvollen Umgang“

 

Ziele und Maßnahmen:

a.) Ich respektiere meine Mitschüler und zeige Achtung gegenüber ihrer Person

     - Respekt vor der Schulordnung und vor den Klassenregeln

     - Ehrlicher Umgang mit den Mitschülern

     - Achtung vor den Ideen und Beiträgen meiner Mitschüler/innen

     - Ich respektiere bezüglich des Klimaschutzes Mensch und Tier und deren

       Lebensraum

 

b.) Ich lerne mit wertvollen Materialien

      - Respektvoller Umgang mit Instrumenten, Versuchsmaterialien und anderen

         Medien

 

c.) Mein Beitrag zum Klimaschutz

     - Ich zeige Achtung gegenüber Mensch und Tier

     - Ich eigne mir Wissen über Zusammenhänge von Tieren und ihrem Lebensraum

       an und gehe achtsam damit um

     - In Gruppenarbeiten gehe ich respektvoll mit meinen Mitschülern/innen um

 

d.) Ich wertschätze die Arbeit der Betreuungskräfte und Schüler/innen, die mit

     Arbeitseinsatz die Hochbeete und das Insektenhotel pflegen.

 

e.) Ich beschäftige mich mit dem Thema Respekt

     - im Unterricht

     - in der Zusammenarbeit mit den anderen Schüler/innen

     - durch Verträge

     - durch außerschulische Projekte

 

 

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